Am Samstag kommt der TV Käfertal

22.11.2017
… und plötzlich ist Calw nicht mehr Außenseiter

Die Befindlichkeiten der Faustball-Männer vor dem Duell am Samstag (19 Uhr) in der Walter-Lindner-Halle könnten kaum unterschiedlicher sein. Der Aufsteiger und vermeintliche Abstiegskandidat TSV Calw geht nach einem Traumstart von 4:2 Punkten mit breiter Brust in die Begegnung mit dem TV Käfertal, der seit Jahren dem Establishment angehört und eigentlich einen vorderen Tabellenplatz anvisiert. Denn Käfertal ist im März in Mannheim Ausrichter der Endrunde um die deutsche Meisterschaft und der Gastgeber erhält seinen reservierten Startplatz nur, wenn er nicht absteigt. Nach einem Fehlstart mit drei Niederlagen und 0:6 Punkten aber stehen die Kurpfälzer in der "roten Zone" der Tabelle.

Die Rolle des krassen Außenseiters haben die Calwer somit abgelegt. Umso mehr sollten sie vor einem gefährlichen, weil angeschlagenen Gegner gewarnt sein. Jetzt also bloß nicht die Euphorie des guten Starts in die erste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte gegen Übermut eintauschen, weiß TSV-Zuspieler Nick Stoll. „Käfertal verfügt über eine starke, routinierte Abwehr und vor allem mit Marcel Stoklasa über einen der besten Angreifer der Liga.“

Zugute kommt seiner Mannschaft sicherlich, dass der zweite starke Schlagmann Nick Trinemeier beim TV Käfertal aufgrund einer Sprunggelenkverletzung bis Jahresende ausfällt. Calws Trainer Thomas Stoll jedenfalls glaubt, dass ein weiterer Heimsieg möglich ist und das Publikum sich auf eine spannende Begegnung freuen darf. „Nach zwei unerwarteten Siegen können wir etwas befreiter aufspielen. Es wäre natürlich wertvoll, wenn wir erneut punkten und uns weiter vom Tabellenende entfernen.“

Furiose Calwer gewinnen Aufsteigerduell / Frauen mit weißer Weste

19.11.2017
Männer begeistern beim klaren 5:1-Sieg gegen Hohenklingen
Löwinnen überzeugen im Allgäu mit sicheren 3:0-Erfolgen



"Man of the Match" in Knittlingen: Nick Stoll (und sein Team) überzeugte.
 

Prächtige Stimmung im Allgäu beim SV Tannheim: Der Verein, der die vorjährige Hallenrunde mit starken 16:16 Punkten abschloss und in dieser Saison mit zwei Siegen (gegen TV Unterhaugstett und TV Obernhausen) optimal startete, erhielt vor wenigen Tagen den Zuschlag als Ausrichter der deutschen Meisterschaft am 3./4. März. Durch den damit verbundenen Startplatz in der heimischen Sporthalle Rot an der Rot steht der SVT als erster Teilnehmer der Endrunde fest. Einzige Bedingung: nicht absteigen!

Zunächst aber stand am Sonntag Bundesliga-Alltag auf dem Programm: Tannheim empfing den TSV Calw und Aufsteiger TV Stammheim zum Dreier-Vergleich. Während gegen Südfavorit Calw von Beginn an die Hoffnung auf eine Sensation gering war, wollten die Allgäuerinnen gegen die Stuttgarterinnen zwei Punkte auf dem Bundesligakonto gutschreiben. Doch das ging gehörig schief: Der Aufsteiger aus der Landeshauptstadt entführte beim 1:3 (7:11, 8:11, 11:5, 7:11) zwei Punkte, Tannheim fällt ins Tabellen-Mittelfeld zurück. Nur TV Eibach (10:2 Punkte) und Calw (8:0) liegen deutlich im Plus.

SV Tannheim – TSV Calw 0:3 (6:11, 11:13, 7:11)
TSV Calw – TV Stammheim 3:0 (11:7, 11:5, 11:7)

 

Das kleine Kraichgau-Städtchen Knittlingen ist für drei Dinge bekannt: Als angeblicher Geburtsort des berühmten Alchimisten Dr. Johann Georg Faust, als Gründungsort der Schlagermusikgruppe „Die Flippers“ und für guten Faustballsport. Den bekamen die Zuschauer am Samstag, beim Duell der Bundesliga-Aufsteiger TV Hohenklingen und TSV Calw, auch zu sehen. Allerdings vor allem durch den Gast von der Nagold. Die TSV-Männer beendeten mit einem 5:1-Paukenschlag eine Serie von fünf Niederlagen in den letzten zwei Jahren gegen Hohenklingen und nahmen eine weitere kleine Etappe zum Ziel Klassenerhalt.

TV Hohenklingen – TSV Calw 1:5 (7:11, 3:11, 5:11, 11:8, 6:11, 6:11)
Hohenklingens Rückkehrer Alexander Thau fehlte (Auslandsaufenthalt), und so trat der TVH in der erfolgreichen Besetzung der vergangenen zwei Jahre an. Mit Star-Angreifer Michael Krauß und dem kaum minder erfahrenen Spielertrainer Markus Schweigert im Angriff, dem starken Mittespieler Marco Kühner sowie Patrick Schneider und Bastian Dangel. Der Gastgeber setzte also auf die Routine einer Fünf mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren. Calws Trainer Thomas Stoll konnte wieder aus dem Vollen schöpfen und stellte das Team auf, das den Premierensieg gegen Vaihingen/Enz (5:4) eingefahren hatte: Mit Bernd Bodler und dem Schweizer Nationalspieler Raphael Schlattinger (Schlag), Nick Stoll (Mitte), Philipp Kübler und Marco Stoll.

Die Stimmung der heimischen Fans unter den rund 150 Zuschauern stieg, als Hohenklingen 4:1 in Führung ging. Krauß eröffnete gewohnt stark, Schneider holte Schlattingers Angaben artistisch raus und Calws Kübler tauchte unter zwei Diagonalbällen durch. Dann setzte Schlattinger sein zuletzt so druckvolles, aber auch sehr sicher gewordenes Angriffsspiel um. Mit einem sensationellen Trickball und dem fünften Punktgewinn in Serie brachte er die Calwer in Führung (6:4) und nervte den Gegner mit unterschnittenen Angriffen. Kübler und Marco Stoll widerstanden sicher Krauß‘ Angriffen und der TSV brachte den ersten Satz überraschend locker über die Bühne (11:7).

Wer nun glaubte, der TVH würde die Schlagzahl erhöhen, sah sich getäuscht. Im Gegenteil: Der Gast aus Calw spielte sich in einen Rausch und drückte dem Favoriten sein Spiel auf. Vor allem Nick Stoll überzeugte mit Klasse-Paraden und blitzsauberen Zuspielen. Wurde Schlattinger neutralisiert, so punktete Bodler – mal lang, mal kurz oder mit starken Blockaktionen gegen Krauß und Schweigert. Krauß wirkte zuweilen ratlos, denn auch seine Kurzbälle kratzten Schlattinger, Bodler oder Nick Stoll vom Boden. Calw gewann Satz 2 souverän mit 11:3. Auch im dritten Durchgang – Hohenklingen wechselte U18-Auswahlspieler Moritz Höckele für Dangel ein – blieb die Partie einseitig: 11:5, der TSV Calw führte nach nur 27 Minuten mit 3:0 Sätzen. „Wenn die Calwer weiter so aufdrehen, sehen wir kein Land“, brummte ein TVH-Fan beim Pausen-Schorle.

Satz 4 begann mit einem Schlagabtausch bis zum 4:4, ehe zwei unglückliche Entscheidungen die Calwer aus dem Tritt brachten. Hohenklingens Höckele holte schwere Bälle heraus, sein Team punktete bis zum 9:4, Calw kam nur noch bis zum 10:8 heran und der Gastgeber verkürzte auf 1:3 Sätze. Im fünften Durchgang führte Hohenklingen erneut (6:4), doch die Hoffnungen des Heimpublikums auf eine Wende wurden schnell gedämpft. Calw fand ins Spiel zurück, holte sieben Punkte in Folge zum 11:6. Im sechsten Satz unterlief Bodler mit einem Ausball sein erster und einziger Fehler, den er in der Folge mit starken Aktionen mehrfach wieder gut machte. Marco Stoll hielt Schlattinger den Rücken frei und ein weiterer Bodler-Block entschied die einseitige Partie nach kaum über einer Stunde.

„Nach dem Rückstand zu Beginn sind wir sehr gut ins Spiel gekommen“, resümierte Nick Stoll, für viele der „Man of the match“. Das sichere Spiel auf Calwer Seite sei das Erfolgsrezept gewesen, „deshalb musste Krauß mehr riskieren und machte überraschend viele Fehler“, so Stoll. Die Pause nach der 3:0-Satzführung aber habe seinem Team nicht gutgetan. „Unterbewusst schaltet man vielleicht einen Gang zurück, aber wir sind mit einer erneuten Steigerung zurückgekommen. Ich habe es mir nicht so einfach vorgestellt, schließlich waren wir hier nicht der Favorit auf den Sieg.“

Der TSV Calw steht nach dem starken Saisonstart in der oberen Tabellenhälfte, doch Thomas Stoll warnt: „Wir blicken trotzdem nach unten, denn in dieser Runde kann vieles geschehen. Aber was ich heute sah, war absolut überzeugend, eine überragende Leistung aller Spieler, die körperlich fit, schnell und agil sind. Uns kam auch entgegen, dass die Zuspiele auf der anderen Seite oft zu niedrig kamen und Michael Krauß ungewohnte Fehler zuließ. Für uns sind dies jedenfalls zwei unerwartete Punkte und wir können am nächsten Samstag in der Walter-Lindner-Halle gegen TV Käfertal etwas befreiter aufspielen.“ Die Begegnung gegen das Team aus Mannheim steigt um 19 Uhr.
 

Was für ein Wochenende: Calwer Saisonauftakt fast nach Maß

Am Samstag (18.11.) spielen
13 Uhr in Calw-Wimberg: U16 weiblich Spieltag.
19 Uhr in Knittlingen: Männer 1, 1. Bundesliga Süd, TV Hohenklingen – TSV Calw.
Am Sonntag (19.11.) spielen
10 Uhr in Calw-Wimberg: Männer 2, Bezirksliga-Spieltag.
11 Uhr in Rot an der Rot: Frauen 1, 1. Bundesliga Süd gegen SV Tannheim und TV Stammheim.


13.11.2017

Ergebnisse vom 10.-12. November 2017

Bezirksliga Männer in Neuenbürg: Calw 2 – TV Zainen-Maisenbach 3:0 (11:5, 11:6, 11:7), Calw 2 – TSV Dennach 2 3:0 (11:6, 11:9, 11:7). Ein starker Einstand für die Calwer "Zweite", die sich den Aufstieg zum Ziel gesetzt hat und dies am ersten Spieltag gleich untermauerte.
Schwabenliga Frauen in Bad Liebenzell: Calw 2 – NLV Vaihingen 2:0 (12:10, 11:2), Calw 2 – TV Stammheim 2 2:0 (11:1, 11:1), Calw 2 – TV Unterhaugstett 2 2:0 (11:4, 11:4). Abgesehen vom ersten Satz gegen Tabellenführer NLV, in dem die Calwerinnen zwei Satzbälle abwehren mussten, glich die Fahrt nach Liebenzell eher einem Trainingstag. Am Schlag wechselten sich Henriette Schell, Adina Stoll und Annika Bösch ab, in der Defensive kamen Luisa-Maria Bauer, Leonie Pfrommer, Laura Flörchinger und Maren Heuer zum Zug. Die "Zweite" hat sich mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd ein ambitioniertes Ziel gesetzt, der Auftakt lässt hoffen.
U18 männlich in Stuttgart-Degerloch: Calw – Unterhaugstett 2:0 (11:7, 11:9), Calw – Vaihingen 0:2 (3:11, 3:11), Calw – Hochdorf 2:0 (11:0, 11:9), Calw – Gärtringen 2:0 (11:6, 11:5). Gegen den NLV war erwartungsgemäß nichts zu holen, doch mit Platz 2 ist die Qualifikation zur Württembergischen Meisterschaft bereits unter Dach und Fach.
U18 weiblich in Calw: Calw – Dennach 1:1 (9:10, 11:5), Calw – Ötisheim 2:0 (11:2, 11:5), Calw – Obernhausen 2:0 (11:5, 11:1). Das Zeitspiel rettete Dennach einen Punkt gegen Calw, doch anschließend drehte der TSV-Nachwuchs mit einer starken Neu-Angreiferin Lena Gengenbach kräftig auf.
U12 in Weil der Stadt: Calw – Unterhaugstett 3 24:6, Calw – Weil der Stadt 25:3, Calw – Dennach 26:4, Calw – U’haugstett 2 19:8, Calw – U’haugstett 1 11:11. Konzentration, starke Abwehr und schöne Ballgewinne – so überzeugte die D-Jugend mit Justin Esposito, Fanny Hopp, Marco und Sandra Langgärtner, Nils Thomas, Raphael Wacker und Patrick Walz.
U10 in Wimberg: Calw – Weil der Stadt 17:18, Calw – Grafenau 1 25:14, Calw – Grafenau 2 25:14, Calw – Obernhausen 30:10, Calw – Malmsheim 21:15. Zunächst spielten den Calwer Youngstern die Nerven einen Streich, dann drehten sie aber auf. Luca Ohngemach, Tyler Bigler, Max Roller, Lara Kugele und Alena Esposito gewannen alle weiteren Spiele.


10.11.2017
Historisch: 5:4-Sieg gegen Vaihingen/Enz
Beim deutschen Meister Pfungstadt chancenlos


Mit 2:2 Punkten und 6:9 Sätzen steigen die Faustballer des TSV Calw in ihre erste Bundesliga-Saison ein. Vor der einkalkulierbaren Niederlage beim vielfachen deutschen Meister TSV Pfungstadt feierten die Fans ihre Akteure beim hart erkämpften ersten Sieg in der Walter-Lindner-Halle.

Bericht vom letzten Freitag

Wer das verpasst hat, der hat was verpasst: Vor rund 150 Zuschauern in der Walter-Lindner-Halle krönen die Calwer Faustball-Männer ihren allerersten Auftritt des TSV in der höchsten Spielklasse mit einem hart erkämpften 5:4-Sieg über den arrivierten TV Vaihingen/Enz. Regisseur Alfred Hitchcock hätte den Ablauf dieser Begegnung kaum spannender gestalten können.

TSV Calw – TV Vaihingen/Enz 5:4 (11:9, 11:13, 11:9, 10:12, 6:11, 11:8, 11:8, 9:11, 11:6)

Calw spielte alle neun Sätze in folgender Aufstellung durch: Raphael Schlattinger und Bernd Bodler (Angriff), Nick Stoll (Mitte), Philipp Kübler und Marco Stoll (Abwehr); Ersatzspieler Moritz Pfrommer, Nico Stoll, Lukas Gruner. Der TVV agierte mit Kolja Meyer und Marc Krüger (Angriff), Marco Lochmahr (Mitte), Daniel Wörsinger und Tobias Rommel (Abwehr). Im 6. und 7. Satz kam Jakob Kilpper für Kolja Meyer zum Einsatz. Ersatzspieler: Max Winkler.

Mit großen Erwartungen kamen die Zuschauer in die Halle. Würde der TSV Calw auf dem höchsten Faustball-Niveau mithalten können? Haben die jungen Abwehrspieler ihre Nerven im Griff? Kann sich Raphael Schlattinger mit seinen Angriffen durchsetzen? Und wie kann Bernd Bodler seine Blockstärke auch gegen die beiden langen TVV-Angreifer umsetzen? Kurze Antwort: Sie konnten! Das Spiel im Zeitraffer:


Satz 1: Von Beginn an neutralisieren sich Raphael Schlattinger und Kolja Meyer, spielen sich permanent gegenseitig an. In Blocksituationen punkten die Vaihinger, auch aufgrund der Größe ihrer Angreifer. Spielstände: 5:2, 6:4, 6:7, 7:9, dann erster Blockgewinn Bodler, kurze Punkte Schlattinger, langer Ball Bodler, 11:9. Erster Bundesliga-Satzgewinn für Calw und das Wissen bei den Zuschauern und Coach Thomas Stoll: Geht doch!

Satz 2: Calw ist erneut schneller im Spiel, führt 5:1 und 6:2 (Schlattinger mit mehreren Diagonalpunkten). Bei 6:3 zeigt der Linienrichter einen langen Vaihinger Ball Aus, Schiri Alwin Oberkersch (S-Stammheim) aber überstimmt ihn. Diskussionen folgen, das Calwer Team gerät in der Folge sichtlich aus dem Konzept. Vaihingen nutzt die Konfusion, geht 7:8 in Führung, Meyer verstellt den Satzball und Calw gleicht aus. Doch die Vaihinger Routine zahlt sich in dieser engen Situation aus, 11:13, Satzausgleich.

Satz 3: Calw legt wieder konzentriert los, tolle Zuspiele von Nick Stoll. 4:0 und 6:1-Führung. Auszeit Vaihingen, dann beginnt eine Aufholjagd, doch Calw bringt den Satz zur 2:1-Führung durch (11:9).

Satz 4: Auf Calwer Seite häufen sich Unkonzentriertheiten, 1:3, 4:4, dann dreht die Abwehr auf. Philipp Kübler und Marco Stoll hechten schwerste lange Bälle heraus, Schlattinger und Bodler glänzen, bestens in Szene gesetzt durch Nick Stoll. 10:6 für Calw, der Satz scheint gelaufen. „Wir haben zu früh aufgehört zu spielen“, meinte Philipp Kübler später. Vaihingen nutzt das aus und dreht den Durchgang mit sechs Punkten in Folge: 10:12, 2:2 Sätze und Totenstille in der Halle…

Satz 5: Erneut läuft nichts auf Calwer Seite. 0:2. Ist die Luft raus? Raphael Schlattinger peitscht die Kameraden an, punktet zum 2:2, Vaihingen aber hat nun richtig Fahrt aufgenommen. 3:5, 4:7, 5:10 und 6:11. Die Erfahrung scheint den Ausschlag für den zweiten Vaihinger Saisonsieg (nach 5:3-Sieg in Käfertal) zu geben.

Satz 6: Viele Fehler auf beiden Seiten, aber mehr bei den Vaihingern. Das bringt die Calwer wieder ins Spiel. 5:2, 7:3, doch mit der Einwechslung des jungen Jakob Kilpper für Kolja Meyer nach Auszeit kommt neue Bewegung ins Spiel. 7:7, dann punktet Schlattinger drei Mal, Calw gewinnt 11:8 und hofft wieder auf den Außenseitersieg.

Satz 7: Bis zum 6:6 ein Spiel auf Augenhöhe, ehe starke Aktionen in der Calwer Abwehr und von Angreifer Bernd Bodler den Unterschied ausmachen. Calw gewinnt nach spektakulären Ballwechseln 11:8 und führt 4:3 Sätze.

Satz 8: Inzwischen sind annähernd 2 Stunden verstrichen seit der ersten Angabe, aber beide Seiten zeigen keine Anzeichen von Müdigkeit. Die erneute deutliche Calwer 5:1-Führung egalisieren die Gäste, die noch lange nicht aufgeben. Über 7:8 und 8:10 vollendet Meyer auf Bodler zum 9:11. Es geht über die volle Distanz.

Satz 9: Alles Nervensache. Calw liegt 0:2 und 1:3 hinten, fängt sich aber. Vielleicht ein entscheidendes Signal: Bei 3:3 unterläuft dem erfahrenen Meyer (35 Jahre) der erste Angabenfehler. Calw führt beim Seitenwechsel mit 6:5, dann rutscht der starke Vaihinger Defensivmann Wörsinger bei einer Rettungsaktion mit dem Knie gegen die Leinenstange – Fehler und 7:5 für die Hausherren. Bodler stößt einen langen Ball tief in die Lücke, dann ein Missverständnis der Abwehrspieler Marco Stoll und Nick Stoll. Es wird noch einmal spannend (8:6). Doch der athletische Schlattinger ist längst zu Höchstform aufgewachsen und Bernd Bodler erhöht mit einem gefühlvollen Stopper. Gleich der erste Matchball zum 11:6 sitzt, Calw und die rund 150 Zuschauer in der Walter-Lindner-Halle jubeln nach zweieinhalb Stunden Top-Sport, fast so wie zuletzt bei den Aufstiegsspielen in die höchste Spielklasse.

Bernd Bodler: "Im ersten Spiel gleich neun Sätze, das ist hart. Dieser Sieg war ganz wichtig für uns im Abstiegskampf. Die Walter-Lindner-Halle kommt uns gegen Teams wie Vaihingen entgegen, die viele Preller gegen die Wand spielen möchten. Sie spielen zwar sehr sicher, hatten aber auch nicht die Monsterangaben, die unsere Abwehr in Verlegenheit bringen konnten."
"Das war eine Riesen-Mannschaftsleistung, jeder war zu 100 Prozent auf dem Platz und das Publikum bekam phänomenale Ballwechsel zu sehen. Was auch die Vaihinger hinten rausgeholt und wie sie zugespielt haben, das ist schon absolute Spitzenklasse in der Bundesliga. Entscheidend war, dass es bei uns nach einem kleinen Tief am Ende wieder gepasst hat. Das war ein Hammer-Spiel, es hat Spaß gemacht vor diesen super Zuschauern."
"Im ersten Satz hat mein Block gar nicht funktioniert. Ich habe dann Stephanie Dannecker, die auf der Tribüne saß, um Rat gefragt. Sie sagte, ich müsse näher an die Leine. Das tat ich dann und es klappte. Danke, Steffi!"
"Nach diesem Auftaktsieg gegen Vaihingen werden wir sicher nicht für einen Betriebsausflug nach Pfungstadt fahren. Wir wollen uns auch dort zeigen.“

Philipp Kübler: "Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Spiel so anstrengend wird. Wir sind körperlich zwar fit, aber uns fehlt die Erfahrung, um dauerhaft konzentriert auf diesem hohen Niveau zu spielen. Das hat sich gerade dann gezeigt, wenn wir deutlich geführt haben."

TSV Calw – TV Vaihingen/Enz 5:4 (11:9, 11:13, 11:9, 10:12, 6:11, 11:8, 11:8, 9:11, 11:6)


12.11.2017

In Pfungstadt hängen die Trauben (zu) hoch

Nicht viel zu holen war – wie zu erwarten – beim ersten Gastauftritt in der höchsten Spielklasse, ausgerechnet beim überragenden Klub der letzten Jahre TV Pfungstadt. Für den beruflich verhinderten Nick Stoll rückte Philipp Kübler in die Mitte. Die linke Abwehrseite nahm Lukas Gruner ein. Mit dem etwas überraschenden 5:4-Sieg gegen Vaihingen/Enz im Rücken, zeigten die jungen Burschen aus Calw nicht allzu viel Respekt. Im Gegenteil: Im ersten Satz geigte das Team von Trainer Thomas Stoll selbstbewusst auf und schaffte mit dem 11:9-Satzsieg einen weiteren kleinen Erfolg. Dann kamen die Hessen ins Rollen, insbesondere Angreifer Steve Schmutzler, der vom MTV Rosenheim kam und den dauerverletzten Patrick Thomas würdig vertreten soll.

"Aber eigentlich lag es mehr daran, dass wir auf allen Positionen ein paar mehr Fehler produzierten als noch bei unserem Heimspiel, dass wir in der Folge keinen Durchgang mehr gewinnen konnten", bewertete Philipp Kübler die 1:5-Niederlage gelassen. Auch Lukas Gruner erstarrte nicht in Ehrfurcht vor dem großen Namen des Gegners. "Eigentlich war mehr drin, zumindest ein, zwei Sätze mehr hätten wir gewinnen können, wenn wir durchgehend konzentriert geblieben wären."
TSV Pfungstadt – Calw 5:1 (9:11, 11:7, 11:7, 11:8, 11:8, 13:11).

So bildet die Tabelle nach dem ersten Spieltag schon ein wenig ab, wohin die Reise geht. Pfungstadt führt (4:0 Punkte) vor Vaihingen/Enz (4:2) und TV Schweinfurt-Oberndorf (2:0), dahinter die Teams, die sich eher am Ende des Tableaus orientieren müssen: 4. Offenburg, 5. Hohenklingen, 6. Calw (jeweils 2:2), 7. Käfertal und 8. Stammheim (je 0:4).

Richtungweisend könnte der nächste Gastauftritt der Calwer am Samstag (18.11.) beim TV Hohenklingen werden: die Aufsteiger unter sich.

Das Abenteuer Männer-Bundesliga beginnt!


Bestmöglich vorbereitet für die Herausforderungen der höchsten Spielklasse:
Die Faustball-Männer des TSV Calw.

 

08.11.2017

„Wir wissen, was wir können“

Interview mit Faustball-Abteilungsleiter Thomas Stoll
 

Mit welcher Stimmung geht der TSV Calw ins „Abenteuer Bundesliga“?
„Voller Zuversicht, denn wir sind sehr gut vorbereitet und haben im Vorfeld viel getan. Wir starten gegen die Großen mit dem Wissen, dass wir nichts zu verlieren haben und nur gewinnen können.“
 

Wie verlief die Vorbereitung?
„Wir haben hart und umfangreich trainiert, Schwerpunkte lagen auf Fitness, Schnelligkeit und Ausdauer. Dabei setzen wir auf neue Unterstützung durch Konditionstrainer Philipp Löwe. In Memmingen haben wir den Allgäu-Cup gewonnen und in Grafenau wurden wir Zweiter. Außerdem hatten wir ein internes Trainingsturnier mit TV Stammheim und TV Waldrennach. Unser Kader ist komplett, alle sind fit – es kann losgehen!“
 

Welche Rolle wird Bundesliga-Neuling TSV Calw spielen?
„Unser Ziel ist natürlich der Klassenerhalt, das wird schwer genug. Hier müssen wir uns an den Spielmodus gewöhnen: ein Spiel auf fünf Gewinnsätze, statt zwei Spiele auf drei Gewinnsätze wie in der 2. Bundesliga oder Schwabenliga. Das erfordert auch, dass wir auf jeweilige Situationen reagieren müssen. Wir treffen auf neue Gegner und die Schlagzahl ist sehr hoch. Daran müssen wir uns schnell gewöhnen.“
 

Ist mangelnde Calwer Bundesliga-Erfahrung eine Hypothek?
„Nein, gar nicht. Wir sind fokussiert und nicht nervös, denn wir wissen, was wir können. Bernd Bodler bringt Erfahrung mit, Hauptangreifer Raphael Schlattinger ist körperlich absolut fit. Ich bin sicher: Wenn wir in Spielen über acht oder neun Sätze gehen müssen, ist das kein Nachteil für uns.“
 

Wer sind die Meisterschaftsfavoriten in dieser Hallenrunde – und an wem orientiert sich Calw im „Klassenkampf“?
„An erster Stelle steht für mich nach wie vor der TSV Pfungstadt. Eine Rolle im Meisterrennen könnten auch VfK Berlin und TV Brettorf spielen. Im Abstiegskampf sehe ich uns auf Augenhöhe mit TV Stammheim, FBC Offenburg und TV Hohenklingen.“
 

Am Freitag das Debüt gegen Vaihingen/Enz, am Sonntag in Pfungstadt: kein einfaches Startprogramm…
Vaihingen hat ein sehr routiniertes Team, ist seit Jahren in dieser Formation in der Bundesliga präsent. Wenn die ihre Erfahrung vor allem im Angriff in die Waagschale werfen, wird es für jeden Gegner eng. Und Pfungstadt: Da sind wir krasser Außenseiter, ein Satzgewinn wäre ein Erfolg. Aber es war immer unser Anspruch, uns eines Tages mit diesen Gegnern zu messen. Wir freuen uns darauf.“


Am Freitag geht's los: Erster Gast ist der TV Vaihingen/Enz

In den vergangenen zwei Jahren bejubelten die Calwer Faustball-Männer fast an jedem Spieltag ihre Erfolgserlebnisse. Nach dem direkten Durchmarsch von der Schwabenliga über die 2. Bundesliga in die höchste Spielklasse, die 1. Bundesliga Süd, wird die Luft künftig sicherlich dünner. Das Ziel der jungen Oberhaus-Novizen aber ist es, den Klassenerhalt zu schaffen. Die Chancen, erste Zähler bereits am bevorstehenden Debüt-Wochenende einzufahren, scheinen angesichts der großen Namen der Auftaktgegner eher gering. Die Erstliga-Premiere steigt am Freitag ab 20 Uhr in der heimischen Walter-Lindner-Halle gegen den arrivierten TV Vaihingen/Enz, schon am Sonntag gastieren die Schwarzwälder dann beim herausragenden Verein der vergangenen Jahre, dem hessischen TSV Pfungstadt.

Thomas Stoll, Calws Faustball-Abteilungsleiter und Trainer, sieht seine Männer gut gerüstet und er glaubt, dass sein Team nicht nur kurzfristig der „Beletage“ des deutschen Faustballs angehören wird. Sowohl in der Halle, als auch ab Frühjahr 2018 im Feld sollen Weichen gestellt werden. Allerdings müssen sich seine Spieler nun erst einmal umstellen. Fünf Gewinnsätze führen zu einem Sieg. Wenn es also mal über acht oder neun Durchgänge geht, zählen Geduld, taktisches Kalkül und Stehvermögen.

Angeführt von Bernd Bodler, dem „Ü30“-Routinier am Zweitschlag, sowie dem athletischen Schweizer Nationalspieler Raphael Schlattinger, soll die junge Truppe sich schnell an die Gegebenheiten gewöhnen. Für Nico Stoll und Moritz Pfrommer, Angreifer der zweiten Reihe, bedeutet dies gute Chancen auf Einsätze gegen die ganz Großen. In der Abwehr müssen die jungen Wilden, die allesamt aus dem TSV-Talentschuppen stammen und 2016 noch in der A-Jugend spielten, ihr Reifezeugnis ablegen. Philipp Kübler, Marco Stoll und Lukas Gruner ist dies allemal zuzutrauen, auch wenn ihnen nun Schlagmänner von Weltklasse-Niveau die Bälle mit reichlich „Schmackes“ und Raffinesse zuprügeln werden. Viel wird auch von den Zuspielen und Defensivfähigkeiten von Mitte-Mann Nick Stoll und der bekannten Blockstärke Bodlers abhängen.

Jeweils sieben Heim- und Auswärtsspiele stehen bis Ende Februar auf dem Programm. Chancen auf die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft in Mannheim (10./11. März) dürfen sich andere machen: Neben Ausrichter TV Käfertal vor allem Pfungstadt, Schweinfurt-Oberndorf und Vaihingen/Enz. Die anderen Klubs – Mitaufsteiger TV Hohenklingen, TV Stammheim, FBC Offenburg und TSV Calw – werden versuchen, das rettende Ufer, Tabellenplatz 6, frühzeitig zu erreichen.

Auch für die Ausrichter der Faustballabteilung bedeutet 1. Bundesliga einen erhöhten Aufwand. Sie erwarten mehr Zuschauer zum Spektakel in der Walter-Lindner-Halle und hoffen darauf, dass sich ein lautstarker Fan-Club bildet. Ein sprichwörtlicher „sechster Mann“ auf der Tribüne kann schließlich nicht schaden. Zwei Heimspiele werden gewissermaßen als Doppelspieltag bestritten, denn am 16. Dezember und 27. Januar spielen auch die Bundesliga-Frauen des TSV Calw um Siege.