News aus dem Monat Dezember 2017

Ehrung für verdiente Faustballer

18.12.2017


Die erfolgreichen Calwer Faustballer freuten sich gemeinsam über ihre Erfolge 2017. Foto: Anschi Flörchinger

Ehre, wem Ehre gebührt! Die Leistungen der erfolgreichen Sportler der Faustballabteilung wurden durch kurze Rückblicke von Laudatoren aus dem Abteilungsausschuss in Erinnerung gerufen. Geehrt wurden die Männer 1 für den erstmaligen Bundesliga-Aufstieg, die Frauen 1 für zwei Bronzemedaillen bei deutschen Meisterschaften, die weibliche A-Jugend als zweimaliger Vizemeister, Stephanie Dannecker und Annika Bösch als Europameisterinnen (im Sommer in Calw) sowie alle STB- und Nationalauswahl-Spielerinnen. Nochmals: herzlichen Glückwunsch!

Winterpause!
Bis zum zweiten Wochenende im Jahr 2018 ruht der Spielbetrieb. Allen Faustballfreunden ein besinnliches Weihnachtsfest und guten Rutsch ins neue Jahr!
 

Berichte von den Bundesliga-Heimspielen der Männer und Frauen

17.12.2017
TSV Dennach im Spitzenspiel obenauf
Brisanz in der Faustball-Bundesliga der Frauen / Landshut fährt ohne Satzerfolg nach Hause

Mit großer Spannung war das Gipfeltreffen zwischen den beiden führenden Vereinen der vergangenen Jahre in der Bundesliga Süd erwartet worden. Unter den über 100 Zuschauern in der Walter-Lindner-Halle aber hatte wohl niemand erwartet, dass es so schnell gehen würde. Der TSV Dennach entführte nach einer souveränen Vorstellung beim TSV Calw die Punkte mit einem klaren 3:0-Sieg, anschließend schickten beide Mannschaften den Gast aus Landshut mit trockenen 3:0-Packungen nach Hause.

TSV Calw – TSV Dennach 0:3 (9:11, 7:11, 7:11)
Mit Annika Bösch, Stephanie Dannecker (Calw), Sonja Pfrommer und den Aldinger-Schwestern Anna-Lisa und Annkatrin (Dennach) standen sich fünf Welt- und Europameisterinnen gegenüber. Doch die große Spannung entstand nur anfangs des ersten Satzes. Da zogen die Gastgeberinnen auf 5:2 und 7:4 davon. Die zuletzt als Favoritinnen gehandelten Calwerinnen schienen ihr Spiel schnell gefunden zu haben. Doch plötzlich gab es einen Bruch: mit schwachen Abwehraktionen, schlechten Zuspielen, vielen Angriffsfehlern. Sonja Pfrommer hielt ihr Team hingegen mit scharfen Angaben und Rückschlägen im Spiel und glich zum 9:9 aus. Zweitangreiferin Lena Wahl punktete zum Satzball und nach einer grandiosen Abwehraktion von Annkatrin Aldinger vollendete Pfrommer zum Satzgewinn.
In der Folge versuchte Henriette Schell vergeblich, die bärenstarke Pfrommer mit direkten Anspielen aus dem Spiel zu nehmen. Weiterhin hakte es in allen Calwer Positionen, lediglich Steffi Dannecker punktete gelegentlich und holte die gefährlichen Stoppbälle Pfrommers. Über 0:4 und 2:8 zog Dennach mühelos davon, dem Gastgeber gelang nur noch Ergebniskosmetik. Das gleiche Bild im dritten Satz. Zwar schenkten Wahl und Pfrommer mit drei Fehlangaben einen Startvorsprung, den die Calwerinnen aber nicht umzusetzen vermochten. Bis zum 6:6 hielt Calw, das in den vergangenen Wochen 18:0 Sätze feierte, noch mit. Dann passte kein Zuspiel mehr, Henriette Schell traf zu oft in die Leine. Dennach brachte den klaren Derby-Sieg locker ins Ziel.

TSV Dennach – TG Landshut 3:0 (11:5, 11:4, 11:6)
Der TSV Dennach, der zu Saisonbeginn nach sehr kurzer Vorbereitungszeit gegen TV Eibach verlor, scheint seine Top-Formation gefunden zu haben: mit Pfrommer/Wahl im Angriff, den Aldingers sowie Neuzugang Laura Schinko. Letztere kam vom TV Vaihingen/Enz und ist die Tochter des neuen Trainers Kuno Kühner. In dieser Aufstellung gingen die „Pink Ladies“ auch gegen die TG Landshut ins Spiel. Nur anfangs der Sätze konnten die Oberbayerinnen mithalten. Überraschend stand mit Olga Blehm eine „alte Bekannte“ auf Seiten der Landshuterinnen. Die frühere Nationalspielerin half nach längerer beruflicher Auszeit aus, da zwei TG-Spielerinnen ausfielen. Auch sie konnte ihr Team aber nicht zu Glücksgefühlen anführen.

TSV Calw – TG Landshut 3:0 (11:6, 11:4, 11:6)
Mit fast identischem Ergebnis wie zuvor Dennach, schossen die Calwerinnen nun Landshut aus der Walter-Lindner-Halle. Dies war ein weiteres Abbild der aktuellen „Zweiklassen-Gesellschaft“ in der Bundesliga, die von drei Teams dominiert wird, während alle anderen gegen den Abstieg kämpfen. Samantha Lubik rückte in die Mitte für Lisa Kübler, in der Abwehr wechselte Trainerin Elke Schöck nach Belieben zwischen Annika Bösch, Jasmin Sackmann und Sandra Janot. Calw ließ keine Zweifel aufkommen, wer Herr im Hause ist und gewann alle Sätze sicher.

Nach dem Spieltag sah die Tabelle am Samstag für ein paar Stunden drei Mannschaften mit 14:2 Punkten an der Spitze: Calw, Eibach (jeweils 21:3 Sätze) und Dennach (21:4). Am Sonntag konnte Eibach in Stuttgart-Stammheim wieder die Tabellenspitze mit zwei Spielen „Vorsprung“ übernehmen. Am 20. Januar in Neuenbürg treffen erneut Dennach, Calw und Landshut aufeinander, die Süd-Staffel umweht also ein Hauch Brisanz. Schafft der SV Tannheim den Klassenerhalt, so darf er als Gastgeber der deutschen Meisterschaft (2./3. März) einen Startplatz buchen. Dann geht von den drei Topteams der Liga eines leer aus.

Zitate
Sabine Bartsch (TG Landshut): „Es war klar, dass wir nicht hergekommen sind, um gegen Dennach und Calw Punkte zu entführen. Aber ein, zwei Satzgewinne hatte ich schon erhofft. Oft sind es Kleinigkeiten, die zu unseren Ungunsten entscheiden, dabei haben wir gar nicht schlecht gespielt.“
Annkatrin Aldinger (TSV Dennach): „Ein 3:0 im Spitzenspiel hatten wir nicht erwartet. Beide Mannschaften kennen sich sehr gut und haben Respekt voreinander. Als Calw so stark begann, dachte ich, heute rappelt es in der Kiste. Aber plötzlich haben sich auf der anderen Seite Fehler eingeschlichen. Die Abwehr war nicht stabil und das Zuspiel unsauber. Calw wirkte übermotiviert, der Faden riss und so konnten wir den Satz drehen. Den zweiten Durchgang hat Calw uns geschenkt, da mussten wir herzlich wenig tun. Mit unserem neuen Trainer Kuno Kühner haben wir Spaß und Motivation im Training. Er nimmt auch Einfluss an der Seitenlinie. Das tut uns gut. Wir haben alle unter Rudi Reuster Fortschritte gemacht und mit seinem Nachfolger und in der neuen Konstellation werden wir noch stärker.“
Annika Bösch (TSV Calw): „Unsere Abstimmung zwischen Abwehr und Angriff passte nicht. Nach einem guten Anfang hat Sonja Pfrommer stark geschlagen und ihr Team hat fast keine Eigenfehler gemacht. Das war der Unterschied. Wir müssen endlich abschalten, dass wir die Köpfe hängen lassen, sobald wir im Rückstand sind. Eigentlich hat Dennach uns nicht geschlagen – das haben wir selbst getan. Schade, vor so vielen Zuschauern…“
 

Calwer Männer begeistern ihre Fans
200 Zuschauer sehen den 5:4-Krimi in der Faustball-Bundesliga gegen FBC Offenburg

Wenn zwei Mannschaften in der Faustball-Bundesliga aufeinandertreffen, die mit jeweils 8:4 Punkten gleichauf in der Tabelle stehen und um den dritten Platz kämpfen, ist Spannung und hochklassiger Sport zu erwarten. Hier der TSV Calw, junger wilder Aufsteiger – dort der FBC Offenburg mit erfahrenen Mannsbildern. Einen wahren Krimi bekamen die 200 Zuschauer in der Walter-Lindner-Halle dann auch tatsächlich zu sehen, sogar mit Happy End für die Fans des Gastgeberteams.

TSV Calw – FBC Offenburg 5:4 (9:11, 9:11, 11:8, 10:12, 11:9, 11:3, 11:5, 9:11, 11:8)
Beide Mannschaften traten in Bestbesetzung an und sollten in diesen Formationen auch alle neun Sätze durchspielen. Denn, um es vorweg zu nehmen, keiner der zehn Akteure zeigte Schwächen und so entstand ein echtes Spitzenspiel. Im Angriff standen sich die Calwer Raphael Schlattinger und Bernd Bodler sowie die Offenburger Sven Muckle und Stefan Konprecht gegenüber. Die Abwehr bildeten Marco Stoll, Philipp Kübler und Nick Stoll (TSV) sowie Nationalspieler Oliver Späth, Mark Borho und Matthias Lilienthal (FBC). Beide Teams schenkten sich von Beginn an nichts, gingen voll auf den Ball. Zunächst aber punkteten die Einheimischen, die schnell eine 5:1- und 7:2-Führung erarbeiteten. Dann ermöglichten Leichtsinnsfehler den Offenburgern sechs Ballgewinne in Serie. Bodler glich aus, Schlattinger brachte seine Mannschaft wieder in Führung, doch Muckle vom FBC konnte nach perfekten Zuspielen seine zwei Meter Körperlänge nutzen. Im zweiten Durchgang lag Calw schnell zurück (2:6, 5:9) und konnte nicht mehr ausgleichen. Vor allem die Offenburg-Abwehr um den flinken Mitte-Spieler Lilienthal und den Ex-Pfungstädter Späth hatten ihr Team auf Erfolgskurs gebracht.
Der Anschluss gelang, als der Schweizer Nationalspieler Schlattinger mit hart unterschnittenen Kurzbällen immer wieder erfolgreich war. Sein Team zog von 3:3 auf 9:4 davon, kurz darauf stand es nur noch 1:2 Sätze. Anschließend entwickelte sich der spannendste Durchgang, mit Verlängerung. Calw glich einen 7:9-Rückstand aus, doch erneut konnte Muckle seinen langen Armhebel optimal ausspielen. 1:3 Sätze, das Pendel schien zugunsten der Routiniers auszuschlagen. Eine klasse Rettungsaktion von Marco Stoll gab den Startschuss zur Aufholjagd. Nach 4:6-Rückstand holte Calw sechs Bälle in Serie (10:6), Offenburg konnte nur noch verkürzen. Anschließend spielte Calw nahezu perfekten Hallenfaustball. Bodler gewann Blocksituationen, Muckle und Konprecht fiel in dieser Phase nicht mehr viel ein. 5:0, 9:1 – 11:3, Satzausgleich, eine Demonstration der Stärke durch die „Löwen“. Das gleiche in Durchgang 7: Bodler punktete häufiger und die Abwehr stand felsenfest, die Zuspiele von Nick Stoll kamen punktgenau. 5:0 führte Calw und brachte den Satz sicher heim (11:5 / 4:3 Sätze).
Offenburg gab aber nicht auf und kämpfte sich wieder auf Augenhöhe. Bei 7:8-Rückstand unterlief Schlattinger ein Übertritt, die Badener machten den Sack zu und glichen zu 4:4 Sätzen aus. Wie schon beim knappen Sieg über Vaihingen/Enz, ging es über die volle Distanz von neun Durchgängen. Und erneut schien sich die hervorragende Fitness der Schwarzwälder auszuzahlen. Mit einem frechen „Lupfer“ am Block gelang Schlattinger ein wichtiger Zähler, schnell führte Calw mit 5:0. Offenburg versuchte alles, verkürzte auf 9:8, dann aber war es geschehen: die Calwer bejubelten ihren fünften Sieg im siebten Spiel. Der Aufsteiger, vor seiner ersten Bundesligasaison noch als erster Abstiegskandidat neben TV Stammheim gehandelt, rangiert jetzt hinter den Großen der Szene – TSV Pfungstadt und TV Oberndorf – auf Platz 3. Das Abstiegsgespenst hat sich bereits zur Saison-Halbzeit aus der Walter-Lindner-Halle verabschiedet. Die Vorfreude auf das Gastspiel des mehrmaligen Weltpokalsiegers TSV Pfungstadt (20. Januar) steigt!

Zitate
Thomas Stoll, Trainer TSV Calw: „Auch nach dem 0:2- und 1:3-Satzrückstand sind wir ruhig geblieben, haben einfach den Reset-Knopf gedrückt und unser Spiel gespielt. Die Qualität von Raphael Schlattinger mit seinen kurzen Bällen und in den entscheidenden Situationen war heute sehr wichtig. Die vielen Zuschauer haben für tolle Stimmung gesorgt und ein super Spiel gesehen, mit einem richtig starken Gegner.“
Raphael Schlattinger, TSV Calw: „Ab Mitte des Spiels hat man gesehen, welche Mannschaft fitter ist – wir! Und wir sind erneut nicht an einem Rückstand gescheitert. Das ist in der Bundesliga, in der erst nach fünf gewonnenen Sätzen Schluss ist, eine wichtige Stärke. Ein Erfolgsrezept war, dass Bernd Bodler auf der Wandseite die Angaben von Muckle ganz stark abgewehrt hat. Das war ein Spiel voller Adrenalin und Nervenkitzel. Unser Fazit nach der Vorrunde: Wir haben etwas geleistet, das ich selbst nie erwartet hätte. In die Rückspiele gehen wir nun mit dem Wissen, dass wir nicht absteigen – und eigentlich nur noch gewinnen können.“
 

Doppelte Bundesliga-Spannung in Calw

14.12.2017
Spitzenfaustball in der Walter-Lindner-Halle:
Frauen gegen Dennach und Landshut / Männer gegen Offenburg

Zum ersten Mal findet am Samstag in der Walter-Lindner-Halle ein Doppelspieltag der Faustball-Bundesliga statt. Sowohl die Frauen als auch die Männer des TSV Calw kämpfen um wichtige Siege. Das Publikum darf sich auf vier Begegnungen freuen, die es in sich haben. Los geht es um 14 Uhr mit den Frauen – und gleich mit dem ultimativen Süd-Gipfel TSV Calw gegen TSV Dennach. Fünf Welt- und Europameisterinnen werden voraussichtlich auf dem Feld stehen. Anschließend bekommt es die TG Landshut mit Dennach und danach mit Calw zu tun. Um 19 Uhr kämpfen die TSV-Männer gegen die erfahrene Truppe vom FBC Offenburg.

Zusätzliche Brisanz erhält der Spieltag der Frauen, da mit dem TV Eibach in diesem Winter ein Team neben Calw und Dennach die Tabellenspitze aufmischt. Der Nürnberger Stadtteilverein war erst im Vorjahr aufgestiegen. Da die Endrunde um die Meisterschaft am 2./3. März 2018 in Tannheim stattfindet und der Ausrichter einen Platz erhält (sofern er nicht absteigt), müssen die drei Spitzenteams der Liga um zwei freie Plätze kämpfen. Jede Niederlage für Dennach (10:2 Punkte), Calw (12:0) oder Eibach (14:2) kann wehtun und die Fränkinnen warten ganz entspannt ab, welcher der schwäbischen Kontrahenten Federn lässt. Der TSV Dennach, das beste deutsche Team der vergangenen Jahre, kam nach der überraschenden Auftakt-Niederlage gegen Eibach unter seinem neuen Trainer Kuno Kühner wieder auf Touren und wird versuchen, die „weiße Weste“ der Calwer mit zwei Minuspunkten zu beflecken. Die aber spielen seit Wochen wie aus einem Guss. Die TG Landshut steht mit Spielrückstand bei 4:4 Punkten recht gut da, dürfte aber ohne Zählbares die Rückreise nach Oberbayern antreten.

Danach treffen mit den Männern des TSV Calw und des FBC Offenburg zwei Teams aufeinander, die außer dem identischen Punktestand (8:4) nicht vieles gemeinsam haben. Hier die Aufsteiger des TSV, jung, wild und in dieser Spieklasse noch „grün hinter den Ohren“. Dort die alten Bundesliga-Hasen aus Baden, die schon manche Medaillen auf nationaler Ebene sammelten. Abstiegssorgen kennen beide Kontrahenten nicht, umso begehrenswerter scheint Tabellenplatz 3, den Offenburg mit besserem Satzverhältnis (26:15) gegenüber Calw (22:17) innehat. Denn diese Platzierung könnte für die Qualifikation zur Endrunde um die deutsche Meisterschaft reichen. Sicher scheint: auf die Calwer wartet eine sehr hohe Hürde. Denn der FBC verfügt mit Schlitzohr Stefan Konprecht und 2-Meter-Schlagmann Sven Muckle über einen Top-Angriff, in der Defensive glänzt Nationalspieler Oliver Späth. Das Sagen hat bei den Rot-Weißen übrigens eine Frau: Trainerin Birthe Lilienthal.
 

10.12.2017
Zwei Bundesliga-Debütanten beim 5:2-Sieg in Stammheim
 


Moritz Pfrommer (links) und Nico Stoll erlebten ihre ersten Bundesliga-Einsätze.
 

Mit einem weitgehend ungefährdeten Auswärtssieg beim TV Stammheim haben die Bundesliga-Faustballer des TSV Calw ihre Pflicht souverän erfüllt. Nun kommt es am Samstag (19 Uhr) in der Walter-Lindner-Halle gegen den FBC Offenburg zum Duell. Der Sieger wird als Tabellen-Dritter ins neue Jahr rutschen.
 

TV Stammheim – TSV Calw 2:5 (4:11, 2:11, 11:5, 8:11, 11:5, 7:11, 6:11).
Thomas Stoll, Trainer des TSV Calw, hatte die Qual der Wahl. Einerseits wollte er die hervorragende Ausgangssituation seines Teams beim Schlusslicht TV Stammheim im Stuttgarter Norden nicht riskieren. Andererseits wollte er die drei Männer hinter seiner „Top-Five“ testen und zum Zug kommen lassen. Lukas Gruner stand für den leicht angeschlagenen Philipp Kübler in der Abwehr, während die Gastgeber, gebeutelt durch Verletzungen ihrer Stammspieler Ueli Reißner und Jan Ehrhardt, auf die Brüder Max und Christian Gayer, auf Routinier Alwin Oberkersch sowie Timo Heyenga und Matthias Volkmer setzten.


Zunächst ging es ganz flott und Calw schnürte nach 5:1-, 7:2- und 10:3-Führung den Sack zu (11:4). Auch wenn das Zuspiel beim Aufsteiger nicht optimal passte, punkteten die blendend aufgelegten Angreifer Raphael Schlattinger und Bernd Bodler fast nach Belieben. Beide hatten eine gute Länge in ihren Bällen und ließen der Abwehr der Stuttgarter wenig Möglichkeiten zu glänzen. Nach 0:1-Rückstand gewann Calw klar mit 11:2, auch weil Schlattinger fast alles gelang. Wahrscheinlich war es zu einfach gewesen, jedenfalls stellten sich plötzlich Schlampereien bei den Calwern ein, Stammheim roch Lunte und drehte regelrecht auf. Max Gayer punktete immer wieder über die Wandseite zwischen Bodler und Gruner. Calw lag schon 2:8 zurück, ehe noch Ergebniskosmetik gelang (5:11). Doch der Plan Thomas Stolls, nach der 10-Minuten-Pause zu wechseln, war dahin.

Im vierten Durchgang ging es weiter wie zuvor. Stammheim agierte, Calw reagierte nur (1:4) und Schlattinger unterliefen weiter Fehler. Dann bissen sich die Schwarzwälder wieder in die Partie, kamen auf 4:6 heran und gingen kurz darauf in Führung (9:7). Der Rest war Formsache (11:8). Nun schlug die Stunde für Moritz Pfrommer: Der 18-Jährige kam für Routinier Bodler zu seinem Bundesliga-Debüt und sollte – mit Philipp Kübler im Rücken – die zuvor entblößte Wandseite sichern. Doch erneut schlugen hier viele Bälle der Gayer-Brüder ein und die Stammheimer Abwehr glänzte mit starken Paraden. Der TVS verkürzte auf 2:3 Sätze (11:5). Nun stellte TSV-Trainer Stoll wieder um und setzte auf seine Erfolgsformation mit Schlattinger, Bodler, Kübler, Nick Stoll und Marco Stoll. Es entwickelte sich ein kämpferisches Spiel meist mit dem besseren Ende für Calw. Bei 4:3 Bällen zeigte der ehemalige U18-Nationalspieler Philipp Kübler eine grandiose Abwehraktion, die den Ausgleich verhinderte und den Weg zugunsten seines Teams ebnete: Die Gäste sicherten sich den sechsten Satz (11:7).


Nun durfte auch Nico Stoll, Sohn des Trainers und Bruder von Abwehrspieler Marco Stoll, sein Debüt in der „Oberklasse“ geben. Und er machte seine Sache gut, wehrte sicher ab und ging mutig an den Rückschlag. Der TSV Calw dominierte das Geschehen und brachte mit 11:6 Bällen und 5:2 Sätzen seinen vierten Saisonsieg sicher nach Hause.
Für Nico Stoll, Calwer Eigengewächs im Angriff, war der Abend in Stammheim ein besonderer, denn er gab mit 23 Jahren sein Bundesliga-Debüt. „Anfangs war ich sehr aufgeregt, aber nach zwei guten Abwehraktionen war ich im Spiel. Im Rückschlag gelangen mir ebenfalls gute Bälle. Auf Bundesliga-Niveau muss man ein bisschen riskieren. Den Ball nur rüberschieben geht da nicht.“ Für seinen Mannschaftskameraden Moritz Pfrommer, der kurz zuvor Einsatzzeit bekam, lief es „ein bisschen unglücklich“, so Nico Stoll. „In dieser Phase unterliefen unserem Hauptschlag zu viele Fehler. Moritz konnte leider nicht zeigen, was er eigentlich kann.“


Coach Thomas Stoll war „insgesamt zufrieden. Auch bei einem Tabellenletzten musst du erst mal gewinnen. Und wir konnten alle unsere Spieler einsetzen, sie haben sich gut geschlagen.“ Vor dem Duell mit Offenburg gibt sich der Coach zurückhaltend und blickt in der Tabelle noch nach unten. „Falls uns ein Sieg gelingt, wäre das der vielleicht entscheidende Schritt zum Klassenerhalt“ – das Saisonziel des Aufsteigers ist zum Greifen nah.

Zusammenfassung vom 2./3. Dezember

03.12.2017

Diese Kids machen Freude: die U12 des TSV Calw (Foto: Gruner)

U12 mit Spaß und Erfolg
Wenn das Faustballspielen Spaß macht, ist es meist auch mit Erfolg verbunden – und umgekehrt. Die U12 und das Publikum hatten in der Wimberger Turnhalle reichlich Spaß und die Calwer Talente gewann gegen TV Unterhaugstett 3 (27:6), SpVgg Weil der Stadt (24:11), TSV Dennach (20:11) und Unterhaugstett 2 (17:8) klar. Dann gab es das Spitzenspiel gegen „Haugstett“ 1 und wie schon im Hinspiel ein Remis (12:12).
Die U12 des TSV Calw: Moritz Beyer, Alisia Epp, Justin Esposito, Fanny Hopp, Marco und Sandra Langgärtner, Nils Thomas, Raphael Wacker und Patrick Walz.

U16 bleibt im Tabellenvorderfeld
In Vaihingen/Enz standen die nächsten Spiele unserer weiblichen B-Jugend an. Einer knappen Niederlage gegen TSV Dennach folgten zwei klare Siege und ein unglückliches Unentschieden. Ergebnisse: Calw – Dennach 0:2 (7:8, 8:10), Calw – TV Stammheim 2:0 (11:4, 11:4), Calw – TV Hohenklingen 1:1 (11:5, 8:9), Calw – Vaihingen/Enz 1 2:0 (11:1, 11:1).

Bundesliga-Frauen souverän
Auch die Spiele als haushoher Favorit muss man erst mal klar gewinnen: Mit blütenweißer Weste fuhren die Calwer Frauen die kurze Strecke nach Bad Liebenzell, mit 12:0 Punkten und 18:0 Sätzen im Gepäck fuhren sie wieder nach Hause.
Die Tabellenschlusslichter vom TV Vaihingen/Enz sowie Gastgeber TV Unterhaugstetter konnten die Calwer nie gefährden. Schwieriger wird es dann am letzten Spieltag dieses Jahres, am 16. Dezember in der heimischen Walter-Lindner-Halle in Calw, wenn der TSV neben der TG Landshut auch den TSV Dennach als Gäste empfängt.

Frauen II bleiben unbesiegt
Mit weiteren 2:0-Siegen in der Wimberger Berufsschul-Turnhalle gegen die SpVgg Weil der Stadt (11:7, 11:9) sowie Verfolger TSV Grafenau (11:9, 11:9) verteidigten die Frauen II des TSV Calw die Tabellenführung in der Schwabenliga. Damit gehen die Nachwuchsspielerinnen mit einem Durchschnittsalter von 18 Jahren mit 14:0 Punkten (14:1 Sätze) in eine mehrwöchige Pause. Beim nächsten Spieltag am 14. Januar in Stuttgart-Stammheim reicht nun ein Sieg aus drei Spielen für die Teilnahme an den Aufstiegsspielen in die 2. Bundesliga Süd – am letzten Februar-Wochenende im fränkischen Bad Staffelstein. TSV Calw: Adina Stoll, Kristin Heuer, Franziska Habitzreither, Laura Flörchinger, Luisa-Maria Bauer, Leonie Pfrommer.

Tabellenführer ist zu abgezockt
Faustball-Männer des TSV Calw unterliegen 1:5 – aber jetzt kommen die wichtigen Spiele

Das Ergebnis klingt, als wären die Calwer Faustball-Männer beim Tabellenführer der 1. Bundesliga Süd chancenlos gewesen: Der TV Schweinfurt-Oberndorf gewann gegen Aufsteiger TSV Calw 5:1, doch ganz so groß war der Unterschied nicht. Tatsächlich gingen die Calwer zur Verwunderung des verwöhnten fränkischen Heimpublikums mit einem Satz in Führung und am Enge ging es mehrmals recht eng zu.
TV Oberndorf – TSV Calw 5:1 (6:11, 11:6, 11:7, 12:10, 12:10, 11:9).
Dass der TV Oberndorf auf Schlagmann Oliver Bauer (Fingerbruch) verzichten musste, bedeutete nicht unbedingt einen Nachteil. „Wenn dann Fabian Sagstetter die Hauptrolle übernimmt, wird es unberechenbar und unbequem für jeden Gegner“, weiß beispielsweise Tobias Kaufhold vom TSV Grafenau über den Kapitän der Nationalmannschaft im Oberndorfer Trikot zu berichten. Dass dies stimmt, bekamen die Calwer zu spüren. Zunächst aber bestimmten die Gäste aus dem Schwarzwald das Geschehen, gingen zügig in Führung und gewannen den ersten Satz überraschend einfach.
Dann begann Sagstetter sein unkonventionelles Spiel aufzuziehen. Ohne dem Gegner große Pausen zu lassen, schlägt er unberechenbar auf. Mal kurz, mal Drehbälle mit heftigem Effet und zentimetergenau an die Linien gezirkelt, aus dem Rückschlag heraus mit präzise platzierten Schlägen und Trickbällen. Raphael Schlattinger und Bernd Bodler kamen mit diesen „krummen Dingern“ nicht zurecht und bekamen sichtlich Respekt. Die Abwehrspieler Nick Stoll, Philipp Kübler und Marco Stoll konnten praktisch gar nicht ins Spiel eingreifen. Probierten die Calwer kurze Bälle, wurden die von Sagstetter oder seinen Nebenmännern herausgehechtet. Kam Sagstetter nicht zum Schlag, dann vollendete der starke Jaro Jungclaussen, U21-Europameister aus Vaihingen/Enz in Diensten der Schweinfurter.
Der TV Oberndorf gewann die Sätze 2 und 3 klar. In der Pause wusste Calws Trainer Thomas Stoll: „Wir müssen ruhiger werden, dürfen uns das hektische Spiel nicht weiter aufdrängen lassen und müssen es mit langen Bällen versuchen.“ Allein, es gelang nicht. Raphael Schlattinger kam mit dem Schwingboden der Halle nicht zurecht, Bernd Bodler fehlte diesmal das Timing am Block. Und dann kam die Hypothek dazu, dass Calw in allen weiteren Sätzen gleich deutlichen Rückständen hinterherlief. Mehr als Verkürzen war da nicht mehr möglich, so dass die Oberndorfer den Vorsprung jeweils knapp übers Ziel retten konnten.
„Der Sieg für Oberndorf war verdient. Die sind mit ihrer Erfahrung einfach abgezockt und wir zahlen noch Lehrgeld als Bundesliga-Neuling“, fasste Thomas Stoll zusammen und ergänzte: „Das sind nicht die Spiele, die wir gewinnen müssen. Wichtiger ist ein Sieg am nächsten Samstag beim Tabellenletzten TV Stammheim.“ TSV-Abwehrspieler Philipp Kübler hatte wenig Spaß: „Die haben uns kirre gemacht mit ihrem hektischen Spiel und wir haben uns runterziehen lassen. Vorne waren wir nicht konsequent, hinten konnten wir uns nicht beweisen.“ Oberndorfs Mittelmann Jaro Jungclaussen war nur über das Resultat erfreut, „zumal die drei letzten Sätze auf der Kippe standen. Wir wussten, dass es schwer werden würde gegen Calw und uns gelang es nicht, so zu überzeugen wie zuletzt.“